So können Senioren betreut zuhause wohnen

Pflegehelden Düsseldorf - So Können Senioren betreut zuhause wohnen

„Pflegehelden“ vermittelt 24-Stunden-Pflegekräfte aus Polen an hilfsbedürftige Senioren – oftmals eine gute Alternative zum Pflegeheim.

Dass Hans Gerd Prange einmal in der Pflegebranche tätig sein würde, war nicht unbedingt vorgesehen, denn seine Familie ist eher durch den Verkauf von Schuhen bekannt geworden. Er selbst arbeitete auch lange im Familienunternehmen. „Erst als mein Vater an Parkinson erkrankte und meine Mutter ihn zu Hause pflegte, habe ich mich mit dem Thema beschäftigt“, erinnert er sich. Und da er mit seinem langjährigen Freund Hubertus Müller nach einem neuen Standbein suchte, entschieden sich die beiden, als Franchisepartner bei den Pflegehelden einzusteigen, einem Unternehmen, das seit 2005 mit rund 60 Standorten in Deutschland und 20 in Polen polnische Pflegekräfte vermittelt.

Seitdem betreuen sie im Großraum Düsseldorf rund 70 Kunden, denen sie nicht nur zu erfahrenen Pflegekräften – rund 80 Prozent sind Frauen – verhelfen konnten, sondern denen sie auch stets persönlich zur Seite stehen. Das sei gerade zu Beginn der Corona-Krise wichtig gewesen, so Prange, denn viele Kunden hätten Angst vor Ansteckung gehabt oder sich Sorgen gemacht, plötzlich ohne ihre Betreuungskraft zurechtkommen zu müssten. „Wir haben sofort reagiert und die Pflegekräfte geschult, sie mit den aktuellen Hygiene- und Verhaltensregeln vertraut gemacht“, erklärt er weiter. Zudem hat das Unternehmen eine eigene Busflotte aufgebaut, um den Transport zwischen Polen und Deutschland sicherzustellen.

Agenturen wie die Pflegehelden vermitteln ausschließlich Kräfte, die krankenversichert sind und über die rechtlich notwendige Entsendebescheinigung A1 verfügen – diese bestätigt, dass sie in ihrem Heimatland sozialversichert sind. „Zudem ist es wichtig, dass Pflegekräfte und Klienten gut zueinander passen. Nicht nur die benötigten Leistungen sollten klar definiert sein, auch die Chemie muss stimmen, denn sie leben ja zusammen – auch wenn ein eigenes Zimmer Grundvoraussetzung ist“, erläutert Müller.

Eine Pflegekraft bleibt in der Regel acht Wochen und wird dann von einer anderen abgelöst – beide werden im Wechsel für „ihren“ Pflegebedürftigen eingesetzt. Die polnischen Pflegekräfte übernehmen übrigens keine medizinische Versorgung. Ist diese notwendig, wird sie von einem ambulanten Pflegedienst übernommen. „Wir helfen unter anderem bei der Körperpflege und im Haushalt, wir kaufen ein und kochen oder betreuen an Demenz erkrankte Senioren“, erläutert Marlena Kosek die Aufgaben.
Die 47-Jährige ist als Quereinsteigerin in die Branche gekommen, nachdem sie lange ihre an Krebs erkrankte Mutter gepflegt hatte. Sie arbeite gern in Deutschland, genieße aber auch alle zwei Monate eine vierwöchige Pause in ihrer polnischen Heimat, um Familie und Freunde zu treffen, sagt sie. Die Kosten für die 24-Stunden-Pflege sind sowohl von den Anforderungen an die Pflegekraft als auch vom Umfang der jeweiligen Deutschkenntnisse abhängig.